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Florian Ecker "I´m giving these pictures" | 2.7.-4.7.16 | Eröffnung: Samstag, 2.7., 14 - 17 Uhr
Öffnungszeiten jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Florian Ecker 

Im Anschluss an das Artist in Residence Programm der Zweigstelle Berlin bespielt der Münchner Bildhauer Florian Ecker drei Tage lang, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang den Ausstellungsraum mit neuen Arbeiten. Wenn etwas in der Luft liegt, dann ist das meist so ein Gefühl, eine Ahnung, ausgelöst von etwas, das kaum merklich da ist, etwas das nicht zu beschreiben, mehr spürbar als sichtbar ist.

Unter dem Titel „I'm giving these pictures“ geht Florian Ecker persönlichen Beobachtungen, Erfahrungen und Empfindungen nach. Die Spuren, die er dabei hinterlässt, sind nicht immer eindeutig visuell greifbar und spielen auf sensible Weise mit Erwartungen, Sinnen und subjektiven Bildwelten. Seine Arbeiten bewegen sich dabei frei zwischen den verschiedenen Medien.

Mit „ Notation Safrane “ setzt Florian Ecker das Grundthema der Ausstellung, nämlich Bilder zu geben. Er tüncht den Galerieraum der Zweigstelle mit Safran und macht ihn so zum Träger der Arbeit. Neben zarten gelblichen Spuren kann man bei genauem Hinsehen die Fäden der Safranblüten entdecken. Schließt man die Augen, tritt der faszinierende Duft des kostbaren Gewürzes in den Vordergrund. Die flüchtigen Spuren füllen den Raum mit Andeutungen und Erinnerungen. Was diese sinnliche Erfahrung mit den eigenen Eindrücken und Assoziationen eines jeden macht, bleibt somit offen.

Um Farben und Sinneserfahrungen geht es auch bei den Risographien, die Florian Ecker in 6 Mappen mit je 6 Motiven präsentiert. Benannt sind sie nach einem Zitat von Sun Ra, sowie einem Fantasienamen aus der Farbpalette von August Kobisch:

Out of the sun/ Colors come/ Like spores the rays strike the earth/ And forms of being take shape to be/ Being raises itself accordingly/ According to the vibration/ Of the ray to which it synchronized itself./ Shadows are like images/ In an abstract way they are images of the sun./ The images are of darkness in pastel-black./ Images are sometimes invisible/ The light is as the darkness: it is written/ The invisible light is the Cosmo-darkness/ It is ultra// * alias// Chrysograsbrilliantfeuergrün// ** “.

Die Blätter sind angelegt als Scherenschnitte, tatsächlich aber sind sie deren Negativform. In den undefinierten Flächen von fluoreszierendem Pink erscheinen die kryptischen Konturen von Schatten. Die Arbeiten sind inspiriert von dem Naturschauspiel des Grünen Strahls, das den Künstler fasziniert. Die Motive wiederum stehen in Zusammenhang mit Formbildern der Sonne, die bereits Basis früherer Arbeiten von Florian Ecker sind. Der Blick in das leuchtende Pink lässt das Auge Grün sehen, sodass sich im Fall der Graphiken die unbedruckten, weissen Motive grün färben und sich die Formen der Schatten mit Farbe füllen. Es entsteht ein Bild, das nicht greifbar ist, auf einem optischen Reiz basiert und daher nur flüchtig ist.

Für „Studie Skulpturales Licht“ wird das Licht eines Diaprojektors durch dünn geschnittenen Carrara Marmor geschickt. Unmerklich für den Betrachter verändern sich durch diesen Prozess das Wellen- und Teilchenverhalten des Lichts. Es nimmt die kristalline Materialität des Marmors an und verbindet sich mit ihr. Im Fokus der Arbeit steht der Moment, in dem eine Umkehrung der Definitionen von Materialität bezogen auf die Bildsprache statt findet. Es ist der Moment, in dem das Licht im Verständnis von Skulptur frei im Raum steht. Diese, sowie eine Reihe weiterer Arbeiten, die Florian Ecker in seiner Einzelausstellung zeigt, thematisieren eine Bildwelt, die auf Empfindungen basiert und allein durch das Erfahren seiner Arbeiten evoziert wird. | Text: Julia Weiß | *Sun Ra, Vibration of the Ray// **August Kopisch/

Florian Ecker, geboren 1977 in Landshut, lebt und arbeitet bei München. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München als Meisterschüler bei Olaf Nicolai.

 

Abbildung oben: "Out of the sun...", Portfolio mit 6 Risodrucken, Blatt 29,7 x 42 cm, Darstellung 21,4 x 33,8 cm, 2016, monochromer Risographendruck, fluoreszentes Pink, 6 Motive je Mappe, Auflage 6+2 e.a., rückseitig nummeriert, datiert und signiert | Abbildung Startseite: "ohne Titel Barren", Skulptur, 25 x 70 x 30,5 cm, 2012, Carrara Marmor, gebraucht, geschnitten über 3 Achsen, Schnittwinkel 70° zum Original, gebrochen in 3 Ebenen